?php session_set_cookie_params(2); session_start(); ?> Rutishauser Fotografie - Bild des Monats

"Das interessanteste an einem Foto ist die Geschichte dahinter"

Bild des Monats


Vollmond im Martinsloch




Beschreibung
Das Bild zeigt ein Stück vom aufgehenden Vollmond im Martinsloch in Elm. Das Martinsloch ist ein rund 19x22 Meter grosser Durchbruch bei den Tschingelhörnern auf rund 2'600m über Meer. Bekannt ist es wegen des Durchscheinens der Sonne während ein paar Tagen jeweils im Frühling und im Herbst.
Viel seltener ist aber, dass der aufgehende Vollmond durch das Martinsloch auf Elm scheint. Nur etwa alle 19 Jahre soll dies stattfinden. Es ist jedoch etwas umstritten, wann der Vollmond dann wirklich im Dorf gesehen werden kann. Ich möchte mich hier nicht festlegen.
Ich bekam relativ kurzfristig einen Tip am Morgen des entsprechenden Tages. Das Wetter bei mir zu Hause war etwas unsicher und so gab mir dann ein Telefon ans Tourismus-Büro in Elm die Gewissheit, dass dort am Abend gutes Wetter sei.
Also alles bereitgemacht und zeitig losgefahren (es herrschte ja praktisch auf der ganzen Strecke Feierabendverkehr). So war ich tatsächlich so früh in Elm, dass noch Zeit für einen Kaffee blieb.
Das Tourismus-Büro hatte einen hübschen Event organisiert, bei dem man etwa zwei Kilometer etwas unterhalb des Dörfchens eine Runde drehte. Dabei gab es immer mal wieder einen Halt, wo den etwa 50-70 Teilnehmern Informationen über Elm und das Martinsloch gegeben wurden. Auch Fakten und Anekdoten über die Sonnendurchgänge durchs Martinsloch, sowie jeweils eine kurze Darbietung zweier Jagdhornbläser, unterhielten die Gästeschar.
Rechtzeitig kam man dann auf dem Parkplatz im Dorf an, wo die einen ihre Stative und Kameras aufbauten, und andere die Pocketcam oder ihr Handy bereitmachten.
Ebenfalls rechtzeitig kamen dünne Schleierwolken auf, die mir etwas Sorgen bereiteten, sich zum Glück aber nicht als Spielverderber herausstellten.

Entstehung des Fotos
Ich hatte mir einen Platz im oberen Teil des Parkplatzes, nahe der Strasse, ausgesucht. Dort baute ich mein Stativ auf und befestigte darauf meine Kamera mit dem Teleobjektiv. Dann galt es noch ein wenig Geduld zu üben bis dann endlich der Mond durchs Martinsloch schien. Während dieser Wartezeit machte ich einige Langzeit-Belichtungen, um den Berg einigermassen hell im Bild zu haben.
Als es soweit war, schoss ich diverse Bilder des Mondes mit verschiedensten ISO-Werten und Belichtungszeiten durch das Martinsloch. Schliesslich hatte ich ja keine Referenzdaten und wollte nicht 19 Jahre auf den nächsten Event warten.
Rund um mich wurde ebenfalls fleissig geknipst, einige Benutzer der Pocketcams und Handys waren überrascht, wie klein doch die Szenerie auf ihrem Gerät war. Andere versuchten, den dunklen Berg im Vordergrund mit dem Blitz zu erhellen...
Auf den gesponserten Apéro danach verzichtete ich, da ich noch einen weiten Heimweg hatte.
Anderntags tat ich dann etwas, das ich sonst nur ganz, ganz selten mache: Ich "verheiratete" ein langbelichtetes Bild, welches ich kurz vor dem Monddurchgang machte, mit einem während des Durchgangs.
Aber nur so ist es möglich, den dunklen Berg im Vordergrund (10sek Belichtungszeit) und den Vollmond (eine 2000stel Sekunde Belichtungszeit) in einem einigermassen ästhetischen Bild zu zeigen.



Aufnahmedaten
28.9.2023 21:16, Kamera: Canon EOS 6D Mark II, Objektiv: Canon 100-400mm, 400mm, ISO 800, f/8, 1/2000 Sek. / Vordergrund: 400mm, ISO 3200, f/8, 10 Sek.

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