Beschreibung
Der 'Adlernebel' ist relativ hell, jedoch von Auge nicht zu sehen. Er liegt rund 7'000 Lichtjahre von uns entfernt, was im kosmischen Massstab recht nah ist. Sein Durchmesser beträgt ungefähr 15 Lichtjahre. Er besteht aus ionisiertem Wasserstoff, weshalb er auch in der typischen Wellenlänge von 656nm leuchtet. Eingebettet ist ein kleiner Sternhaufen, dessen Mitglieder aus einem Teil dieser Wasserstoff-Wolke entstanden sind.
Entstehung des Fotos
Weitere Sterne werden zukünftig hier geboren, darauf weisen die sogenannten 'Pillars of creation' (Säulen der Schöpfung) hin, die dank einer wunderschön aufbereiteten Falschfarbenaufnahme des Hubble-Weltraumteleskops Weltruhm erlangten. Diese Aufnahme habe ich hier ungefähr im gleichen Massstab mit dem entsprechenden Ausschnitt meiner Echtfarben-Aufnahme zusammengestellt.
Klar, es ist ein Riesenunterschied, aber es gilt zu bedenken, dass Hubble im Weltall im Gegensatz zu mir immer optimale Bedingungen hat, ohne Licht- und Luftverschmutzung, ohne wabernde Luft. Sein Spiegel misst 2.4m im Durchmesser, meiner 0.1m. Und schliesslich ist der Kostenfaktor der 'Hardware' etwa 1:250 Mio Franken!
Noch vor 50 Jahren waren Professionelle Aufnahmen des Adler-Nebels von Gross-Sternwarten schwarz-weiss und zeigten lediglich die hellsten Teile.
Ab Ende Juli gab es endlich mal wieder einige schöne Nächte. Schon etwas früher wurde begonnen, mein südliches Nachbarhaus abzubrechen. Dies gab mir auf meinem Balkon unverhofft den Blick nach Süden frei. Das erlaubte mir unter anderem den Blick auf 'Messier 16', den sogenannten Adlernebel im Sternbild 'Schlange'.
Da ich seit neuen Monaten wetterbedingt nicht mehr wirklich Astrofotografie machen konnte, 'versaute' ich den ersten Abend im Feld. So traute ich mich nächstes Mal nur noch auf meinen Balkon, wo alles in der Nähe war, bis ich die Technik wieder im Griff hatte.
Ich versuchte das mit den 'Adlernebel' mehr als Test, ob es überhaupt gelingen würde, dieses tiefstehende (max. 28° über Horizont) und fast genau in Richtung Winterthurer-Lichtglocke liegende Objekt vernünftig auf den Chip zu bannen.
Nach der ersten, relativ kurz belichteten Testaufnahme war ich erstaunt, wie gut das gelang. Also erstellte ich einen Job für das Aufnahmeprogramm und los gings. Ich hatte M16 ca. 2 Stunden im Blickfeld, bevor es für mich hinter dem Dach des Nachbarhauses im Südwesten unterging.
Erstaunlicherweise war es bereits 11 Tage! später wieder schön genug, um nochmals mit dem Filter (der Mond war schon fast zu 3/4 voll) rund 2 Stunden zu belichten. Das ergab schliesslich die Gesamtbelichtungszeit von gut vier Stunden.